Die Wahl der Bestattungsart

Wer entscheidet über Bestattungsort und Bestattungsform?

Für die Wahl von Bestattungsformen und Bestattungsort  ist in erster Linie der Wille der verstorbenen Person ausschlaggebend. Je nach Bundesland gelten für dieses Thema individuelle Gesetze. Eine Einäscherung sollte entweder vom Verstorbenen oder durch berechtigte Verwandte ausdrücklich und schriftlich angeordnet werden. Ebenso verhält es sich mit der Urnenbeisetzung auf See. Erdbestattungen, also die Beisetzung eines Sarges oder einer Urne, dürfen nur auf Friedhöfen vorgenommen werden.

Die Erdbestattung ist die konventionelle Bestattungsform. Sie betrifft mehr als die Hälfte aller Bundesbürger. Die verstorbene Person wird in einem Sarg auf einer Wahl- oder Reihengrabstelle der Erde übergeben. Alternativ ist eine Feuerbestattung möglich. Hier wird der Körper eingeäschert und in der Regel in einer Urne auf einer Urnengrabstelle beigesetzt. Eine Variante der Feuerbestattung ist die Seebestattung, bei der die Urne der See übergeben wird.

Die Erdbestattung

Die wohl klassischste Bestattungsform ist nach wie vor die Erdbestattung, wo sechs Sargträger in schwarzem Gewand den Sarg aus der Friedhofskapelle tragen und ihn langsam und gleichmäßig an dicken Tauen ins Grab absenken.

Vor allem in Kleinstädten gehört die Erdbestattung noch zu der am meisten gewählten Form der Bestattung. In dörflichen Gegenden ist es oftmals noch Brauch, dass Nachbarn oder Vereinsleute sich anbieten, ihren Freund oder Kameraden zu Grab zu tragen.

Der Sarg besteht in Deutschland aus Massivholz, wie Kiefer, Eiche, Buche oder Ahorn. Qualitätshölzer, aus denen sehr hochwertige Truhen hergestellt werden. Das Grab ist 2,40 m oder 1,80 m tief. Nach dem Schließen der Grabstelle liegt auf dem Sarg eine Last von 3,5 bis 5,0 m³ Erde. Natürlich dauert es eine Weile bis die Erde nachgesackt ist und die Erdoberfläche stabil bleibt.

Deshalb kann der Steinmetz erst etwa sechs Monate später den Grabstein setzen und das Grab ggf. einfassen. Hier wird hochwertiges Gestein verwendet wie z.B. Marmor, Granit oder Schiefer. Die oft aufwändige Grabpflege kann heute von spezialisierten Unternehmen ausgeführt werden. Diese bereiten das Grab der Jahreszeit entsprechend auf und halten es in stets gepflegtem Zustand. Die Gestaltung einer Grabstätte ist sehr vielseitig. Mittlerweile konnten sich viele Künstler in Deutschland etablieren, die sich einzig und allein der Kunst der außergewöhnlichen Gestaltung von Grabstellen widmen.

Wie die Zeremonie einer Bestattung, so gehört auch die Bestattungsform zur Individualität des Verstorbenen. Zur Auswahl stehen verschiedene Varianten der Erd- und der Feuerbestattung. Je nach Friedhof und Leistung fallen natürlich unterschiedlich hohe Kosten an. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Grabarten.

Die Feuerbestattung

Für die Feuerbestattung entscheiden sich immer mehr Menschen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Sei es die geringere Grabpflege, die „saubere“ Methode der Kremation oder die Schlichtheit einer kleinen Urne aus Holz, Metall, Marmor, Glas oder anderen Materialien.
Und dennoch: Zur Einäscherung ist noch immer ein Sarg notwendig. Dieser besteht dann in der Regel aus Kiefer, ist schlicht und daher preisgünstig gehalten.
Wir überführen den Sarg in das Rhein-Taunus-Krematorium in der Nähe von Koblenz, im schönen Westerwald. Dorthin nehmen wir auch die Urne mit. Nachdem der Sarg eingeäschert wurde, können wir die Urne wieder rücküberführen.
Die Mitarbeiter des Krematoriums füllen die Asche in eine Kapsel, die so genannte Ascheurne. Außerdem legen sie einen Stein hinzu, auf dem die genauen Daten des Verstorbenen festgehalten sind. Diese Kapsel wird nun in die Schmuckurne oder Überurne gefüllt.

Lange Zeit hat sich die katholische Kirche gegen die Feuerbestattung ausgesprochen. Ein Grund mag in der Ähnlichkeit mit der zurückliegenden Hexenverbrennung auf dem Scheiterhaufen liegen. Mittlerweile hat die Kirche ihre Meinung aber geändert und steht heute auch dieser Bestattungsart offen gegenüber.

Die Seebestattung

Der Seebestattung geht die Feuerbestattung voraus. Auf See werden dann die Urnen mit den Ascheresten außerhalb der Fischereigebiete beigesetzt. Die eigens für diesen Zweck hergestellten Urnen bestehen aus einem wasserlöslichen Material und lösen sich innerhalb weniger Stunden auf.
Die Reederei, die die Seebestattung durchführt, dokumentiert den genauen Zeitpunkt und mißt den Längen- und Breitengrad. Eine exakte Ortsangabe darüber, wo die Seebestattung vorgenommen wurde. Einen Auszug des Logbuches mit den Eintragungen erhält die Genehmigungsbehörde, einen weiteren erhalten die Angehörigen des Verstorbenen.

Die Seebestattung muss nicht immer anonym erfolgen, auf Wunsch kann die Bei-setzung auch im Beisein der Angehörigen stattfinden.
Einer Tradition folgend übernimmt der Kapitän kurz vor der Beisetzung auf See die Urne und bringt sie an Deck des Schiffes. Nach der Trauerrede können ausgewählte Musikstücke gespielt werden. Anschließend wird die Urne ins Meer gelassen. Nach altem Seemannsritual wird während dessen die Schiffsglocke acht Mal geschlagen. Wenn die Urne im Meer versinkt, können Blumen der Urne nachgeworfen werden. Zum Abschluss läutet die Schiffsglocke nochmals mit einem langen Ton, dem so genannten Typhon. Bevor das Schiff zum Hafen zurückkehrt, umfährt es die Stelle der Beisetzung mit einem Kreisbogen.

Die Anonymbestattung

Viele Menschen befassen sich mit dem Gedanken, sich anonym beisetzen zu lassen. Vor allem diejenigen, die in der Großstadt leben, entscheiden sich immer häufiger für diese Variante der Bestattung.

Woher kommt dieser Wandel? Nun, Oftmals sind diese Menschen fest davon überzeugt, dass mit dem Tod ein Ende erreicht ist. Mit der Beisetzung ist alles vorbei. Nach deren Auffassung wird durch die Fixierung auf eine Grabstätte und durch die fortdauernden Besuche am Grab des Verstorbenen eine über den Tod hinausgehende „Scheinexistenz“ hervorgerufen.
Andere meinen, dass sie sich bereits im Laufe ihres Lebens eine Anonymität zugelegt haben, die sie auch am Tag ihrer Bestattung und besonders danach wieder finden wollen. Einige, die keine Angehörigen mehr haben oder den Hinterbliebenen nicht durch die aufwändige Grabpflege zur Last fallen möchten, entschließen sich ebenfalls oft für die Form der Anonymen Beisetzung.
Die ersten Anonymbestattungen wurden um 1970 vorgenommen. Die auch heute zumeist weitläufige Rasenfläche für die anonymen Grabfelder werden von den Friedhofsverwaltungen gepflegt und vorbereitet. Wer mag, kann als Erinnerung an die Verstorbenen Blumen und Kränze an einem dafür vorgesehenen Ort auf dem Friedhof niederlegen. Nicht aber an der Stelle, wo der Verstorbene beigesetzt wurde.

Die Weltraumbestattung

Für eine Bestattung im Weltraum ist zuvor eine Feuerbestattung notwendig. Nur sieben Gramm der Überreste eines Verstorbenen dürfen nach der Einäscherung mit in die Umlaufbahn genommen werden. Die Asche wird in eine kleine Kapsel gefüllt, die etwa die Größe eines Lippenstiftes hat. Auf dieser Kapsel sind die Daten des Verstorbenen festgehalten. Mit einer Rakete wird die Kapsel sechshundert Kilometer hoch ins All geschickt. Die Kapsel wird zwischen eineinhalb und zehn Jahren in der Erdumlaufbahn kreisen und dann beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen.

Die restliche Asche des Verstorbenen muss, so schreibt es das Bestattungsgesetz derzeit vor, auf einem Friedhof beigesetzt werden. Die erste Bestattung auf dem Mond erfolgte im Jahre 1998. Damals landete ein NASA-Satellit auf der Mondoberfläche und hatte als zusätzliche Fracht die Aschereste des US-Wissenschaftlers Eugene Shoemaker an Bord.

Die Friedwald/Baumbestattung

Die Urne mit der Asche des Verstorbenen wird im Wurzelbereich eines Baumes oder Strauches beigesetzt. Dieser Baum oder Strauch wird entweder zuvor ausgesucht oder eigens für die bevorstehende Bestattung gepflanzt. Der Baum nimmt, so die Auffassung, die Asche als Nährstoff auf. Dies soll das Fortbestehen des Lebens symbolisieren. Der Friedwald erfüllt so den Wunsch vieler Menschen, die auf dem Wege dieser Bestattung ihre Naturverbundenheit ausdrücken möchten. Der Hinterbliebene erhält eine Urkunde über das Nutzungsrecht des Baumes, an dem der Verstorbene beigesetzt wurde. Und außerdem wird der Baum im Grundbuch eingetragen. Ein Verwaltungsakt, durch den der Baum bis zu neunundneunzig Jahre gegen Abholzung geschützt ist.

Das Besondere am Friedwald besteht darin, dass es sich eben nicht um einen Friedhof im herkömmlichen Sinne handelt. Er ist nicht religionsgebunden und bietet daher eine Ruhestätte auch für jene Menschen, die sich nicht dem Glauben einer Kirche anschließen können. Ein weiterer Vorteil: Der Friedwald ist jederzeit frei zugänglich. Dank seiner Natürlichkeit ist er für Wanderer nicht direkt als Ruhestätte erkennbar. Friedwälder gibt es in Hümmel (Ruheforst), Bad Münstereifel-Iversheim und Lohmar.

Schmuckstücke mit individuellem Wert